Was Stripe von dir wissen muss
Stripe ist als Zahlungsdienstleister gesetzlich verpflichtet (KYC = „Know Your Customer"), die Identität jedes Kontos zu verifizieren. Diese Vorschrift kommt von der EU und gilt für alle Anbieter, die Geld bewegen. Heißt für dich: ein paar Daten, einmal hinterlegt — und du bist fertig.
1. Steuernummer — der häufigste Stolperstein
Was, wenn ich keine Steuernummer habe?
Kurze Antwort: Dann kannst du keine bezahlten Coaching-Leistungen anbieten — auch nicht über MYBDY Nutrition. In Österreich und Deutschland muss jede selbständige Tätigkeit (also auch Coaching gegen Geld) beim Finanzamt angemeldet sein. Beim ersten Anmelden bekommst du automatisch eine Steuernummer zugewiesen.
Reihenfolge:
- Anmelden beim Finanzamt: In Österreich über FinanzOnline als „Einzelunternehmer:in / freie:r Dienstnehmer:in". In Deutschland über das Finanzamt vor Ort oder ELSTER online.
- Steuernummer abwarten: Kommt in der Regel innerhalb 2–4 Wochen per Post oder E-Mail.
- Stripe-Onboarding starten: Sobald Steuernummer da ist, hier weitermachen.
Tipp: Frag deinen Steuerberater, ob für deine Tätigkeit ein Gewerbeschein nötig ist (in AT für viele Coaching-Tätigkeiten nicht nötig, in DE meist auch nicht, weil Coaching als „freier Beruf" gilt). Aber: das Finanzamt will trotzdem Bescheid wissen.
Was, wenn ich Kleinunternehmer:in bin?
Kein Problem — Stripe akzeptiert auch deine Steuernummer ohne USt-Registrierung.
- Österreich: Wenn du unter 35 000 € Jahresumsatz bleibst (Stand 2026), bist du nicht USt-pflichtig. Trotzdem hast du eine Steuernummer vom Finanzamt (10-stellig, Format
XX-XXX/XXXX) — diese gibst du bei Stripe ein. UID-Nummer brauchst du nicht. - Deutschland: Wenn du unter 22 000 € Jahresumsatz bleibst (§19 UStG), bist du Kleinunternehmer:in. Du gibst die Steuer-ID ein (11-stellig, lebenslang). USt-IdNr. brauchst du nicht.
Was, wenn ich USt-pflichtig (Regelbesteuerung) bin?
- Österreich: UID-Nummer eingeben (Format
ATU12345678) - Deutschland: USt-IdNr. eingeben (Format
DE123456789)
Stripe stellt deinen Kund:innen eine Quittung im Namen deines Geschäfts aus — d. h. wenn du USt-pflichtig bist, weist Stripe automatisch die korrekte Mehrwertsteuer aus. MYBDY Nutrition bekommt davon nichts mit, du machst deine Buchhaltung wie gewohnt.
2. Bankkonto-IBAN
Auf dieses Konto zahlt Stripe deine Einnahmen aus — täglich an Werktagen. Voraussetzungen:
- Konto-Inhaber:in muss exakt mit deinen Stripe-Daten übereinstimmen (= du selbst oder deine Firma). Konten von Partner:in, Kind, Eltern usw. werden abgelehnt.
- Konto in der EU (für AT-/DE-Stripe-Konten). Andere Länder gehen, brauchen aber teilweise Zusatzformulare.
- Geschäftskonto bevorzugt, aber Privatkonto geht auch (besonders als Einzelunternehmer:in).
3. Ausweisdokument
Stripe akzeptiert:
- Reisepass (1 Foto reicht)
- Personalausweis (Vorder- und Rückseite, beide Fotos)
- Führerschein (Vorder- und Rückseite — wird nicht in allen Ländern akzeptiert)
Foto-Tipps: bei Tageslicht, ohne Spiegelung, scharf, nicht beschnitten. Stripe lehnt unscharfe Fotos automatisch ab.
4. Selfie
Stripe verifiziert mit Gesichtserkennung, ob du die Person auf dem Ausweis bist. Selfie wird kurz im Browser gemacht (Webcam-Zugriff). Bei schlechter Qualität bittet Stripe um Wiederholung — das ist normal und kein Fehler.
5. Wohnadresse
Adresse muss mit deinem Meldezettel / amtlichen Anmeldebogen übereinstimmen. Falls du gerade umgezogen bist und der Meldezettel noch nicht da ist: alte Adresse eingeben und nachträglich ändern.
6. Beschreibung deiner Tätigkeit
Stripe will klar verstehen, was du verkaufst. Beispiele für gute Beschreibungen:
- „Ernährungsberatung und Coaching-Programme für Erwachsene"
- „Lektionen zu gesunder Ernährung und Detox"
- „Einzel- und Gruppen-Coaching im Bereich Ernährung und Lifestyle"
Vermeide unklare Begriffe wie „Beratung" allein — Stripe könnte zurückfragen.
7. Geschätzter Jahres-Umsatz über Stripe
Grobe Schätzung reicht. „< 10 000 €" ist für die meisten Coaches im ersten Jahr realistisch. Stripe nutzt das für Risk-Tier — bei höheren Umsätzen können zusätzliche Verifikationen nötig sein, das passiert dann automatisch.
Was Stripe nicht von dir will
- Kein Gewerbeschein (außer du bist gewerblich angemeldet — dann gerne als Nachweis nachreichen, aber nicht Pflicht)
- Kein Handelsregister-Auszug (außer GmbH/AG)
- Keine Bilanzen oder Buchhaltung
- Kein Kreditvertrag oder Kontoauszug-Historie
Es geht wirklich nur um Identitäts- und Steuer-Verifikation, nicht um Bonität.
Schritt-für-Schritt
- 1 Bankkonto-IBAN auf deinen Namen oder deine Firma
- 2 Steuernummer (in AT/DE Pflicht — siehe Details unten)
- 3 Gültiges Ausweisdokument
- 4 Selfie zur Identitäts-Verifizierung
- 5 Wohnadresse (laut Meldebescheinigung)
- 6 Beschreibung deiner Tätigkeit
- 7 Geschätzter Jahres-Umsatz über Stripe